Hundesymposium

18.-20. Nov. 2005, Aschau im Chiemgau. Veranstalterin und auch Vortragend: Clarissa von Reinhardt die auch den Animal Learn Verlag hat (siehe Buchempfehlungen)

 

Neue Forschungsergebnisse erobern die deutschsprachige Hundewelt.

 

Rund 300 Hundefreunde, Hundetrainer und Experten sind zum 4. Internationalen Hundesymposium nach Aschau am Chiemsee angereist.

 

Drei Tage standen ganz im Zeichen des Fortschrittes.

 

Aus der USA wurde extra Terry Ryan eingeflogen. Sie zählt in Amerika zu den bekanntesten und erfolgreichsten Trainerinnen. In über 30 Jahren entwickelte sie immer bessere Ausbildungsprogramme für eine gewaltfreie Arbeit mit Hunden. Sie stellte ihre legendäre „Toolbox“ (Werkzeugbox) vor. Das ist gerade bei der Arbeit mit  Problemhunden sehr wichtig.

 

Terry Ryan (links Clarissa von Reinhardt) erklärte wie wichtig es ist, ein richtiges Fundament zu setzen.

 

Beispiel aus dem Werkzeugkasten:

 

Wenn ein Schrauben raus steht, brauche ich einen Schraubenzieher. 

Verwende ich einen Hammer, ist es eine schnelle Lösung aber das Gewinde ist kaputt. Das sieht man von Außen nicht. Außer es ist vielleicht eine Delle darin.

Beim Hundetraining ist es nicht anders.

 

Manche Werkzeugsachen vom Kasten benötige ich oft gar nicht.

Daher vorher eine Bestandsaufnahme machen. Temperament: Typ des Hundes…

Denken Sie an einen Fischer, er bekommt durch den gefangenen Fisch die Belohnung, dies ist dann eine zufällige Belohnung.

 

Wenn ihr Hund Gassi rein macht, sollte man sich vorher fragen warum:

Angst

Stress

Ist es ein markieren??

 

Graben kann entspannend sein (ein Baby in den Schlaf wiegen ist auch beruhigend). 

 

Welches Werkzeug anzuwenden ist, hängt ganz von der Situation ab.

Wenn man keine Antwort hat, soll man Fragen über Fragen nach der Ursache und nach dem Warum stellen.

 

Wir wollen nicht, dass der Hund bellt, wenn der Briefträger Post einwirft.

Richtige Zielvorstellung definieren. 

Wie stellen wir uns einen braven Hund vor?

Zielvorgabe erst bestimmen.

Folgt Ihr Hund nicht, neue Lösungen bei sich selbst suchen.

 

Ein gutes Fundament ist genauso wichtig beim Hausbauen. 

 

Stressreduktion: Früher aufstehen und spazieren gehen. 

 

Wenn Ihnen ein neues Produkt angeboten wird, hinterfragen Sie dieses bis ins kleinste Detail.

 

Hat der Hund gelernt auf bestimmten Stellen stubenrein zu werden und es lag gerade Schnee, dann lernte er auf Schnee machen ist richtig.

Wenn der meiste Schnee geschmolzen ist und nur noch auf der Terrasse ein Rest Schnee liegt, dann verknüpft er das und macht auf die Terrasse.

 

Führungsverantwortung: 

 

Dominanz ist die Bezeichnung von der jeweiligen Beziehung.

Es soll für den Hund heißen, ich bin die Person, die auf dich achtet, dass dir nichts passiert. Das ist wie beim Transport, er ist verantwortlich, dass er nicht fällt.

 

Aus Fütterung kann man ein Unterhaltungsprogramm für den Hund machen.

Ein Strafreiz wäre dem Hund vom Tisch eine Zitrone zu geben.

 

Sie haben ein quietschendes Spielzeug, drehen Sie sich um, er wird neugierig und ich hab die Aufmerksamkeit und kann dann die Belohnung geben.

 

 

Bei Reisen: Straßenhunde kann ich körperlich dirigieren.

 

Jedes Verhalten in ganz kleine Elemente zerlegen. Wie bei einer Baustelle ein gutes Fundament aufbauen.

Steinchen für Steinchen legen.

Neues Veralten aufbauen, Weg dorthin ist Baustelle. 

 

Bei einer Sanduhr geht auch nicht alles auf einmal durch.

 

Beim Briefträger muss es schnell gehen.

Situation am ersten Tag unterbrechen und dann Ausbildungsweg aufbauen.

Wenn Lösung nicht funktioniert, anderes Werkzeug verwenden.

Nicht ziellos probieren.

 

Wenn Leute vorbeigehen, ist eine schnelle Lösung für den Halter  wichtig, das heißt, dass Sie so lange den Hund drinnen halten, bis der Trainingsplan entworfen worden ist. 

 

Auf das Sofa könnten sie eine Decke als Kompromiss draufgeben, kommt also darauf an, ob Sie kompromissbereit sind.

 

Wollen Sie den Hund systematisch Desensibilisieren?

Hat er Angst vor Hund Gewitter, Regen, dann kann man ihn an Geräusche gewöhnen.

Das heißt an Geräusche und Regen gewöhnen, aber auch der Luftdruck muss passen.

 

Welpenkurse sind wichtig, aber nur wenn es richtig gemacht wird.

 

  1. Merkwürdige Umgebung schaffen

  2. Pflege und Handling

  3. Interessante Dinge, über Lattenrost gehen

  4. In den Hundeschulen kann man sich verkleiden

  5. Beziehung zu fremden Menschen

 

Gerade wenn ich Welpenkurse mache, nehme ich meine erfahrendsten Trainer und einen ebenso guten "Althund". Welpen können dort auch Angst vor anderen Hunden bekommen.

 

Sitz und dann dem Hund die Krallen schneiden ist nicht gut, er kann dann Sitz auch wieder negativ verknüpfen.

 

Das Gesetz der Schwerkraft wird nicht in Frage gestellt. Wenn ein Stift fallen gelassen wird, dann weiß man was passiert.

 

Wenn wir Arme überkreuzen ist das ungewöhnlich für uns, Hunden geht es mit uns sehr oft so.

Es gibt Webseiten mit denen man einen Kong füllen kann. Der Kong ist ein hohles Hundespielzeug für alle Rassen, aus fast unverwüstlichem Naturkautschuk. Wenn er an Trennungsangst leidet, schrittweise vorgehen. Man kann den Kong geben und doch nicht gleich Raum verlassen, vielleicht vorher Zähne putzen gehen. Oder vorher nur zeigen, riechen lassen aber nicht geben.

 

Strafe funktioniert wie Lotterie: 

Jagd Katze, Sie schimpfen und er glaubt womöglich, weil er sie nicht erwischt hat, wird er bestraft.

Er darf nicht bellen, es kann zu einer Symptomverlagerung kommen, dann mach ich halt, was anderes und zerkaue die Schuhe.

 

Dorothée Schneider aus Deutschland brachte vor kurzem ihr Buch „Die Welt in seinem Kopf“ heraus. Der Bereich der Gehirnforschung hat in den vergangenen Jahren viele neue, erstaunliche Erkenntnisse gebracht. Wie Hundetraining „gehirngerecht“ aufgebaut werden sollte, aber auch wo typische Trainingsfallen verborgen liegen, waren ihre Themen.

 

Motivation ist die tragende Säule des Lebens: 

Die Erfahrungswelt unterscheidet sich. Bei einem zufälligen Ausrutschen des Trainers reagiert jeder Hund anders. Kommt auf seine Erfahrung an.

 

Viel zu viele positive Erlebnisse

Lernen kann süchtig machen. Der Hund möchte neue Erfahrungen sammeln.

 

Keinen Hund kann man pauschalieren und Universallösungen gibt es nicht.

 

Training: Bewusst herbeigeführte Wiederholungen haben bestimmte Erfahrungswerte.

Lernen braucht Zeit.
 

Ein gutes Konzept besteht aus:

Wiederholung

Motivation

Abwechslung

Pause

Keine Zwangsmethoden

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund Negatives verknüpft, ist groß. - Wie z.B. über Leinenruck: Vertrauensverhältnis wird beeinträchtigt.

 

Der Ball ist natürlich lustig, wenn der Hund schaut, dann wirft man, so lernt er aber nicht.

 

Extreme gute Motivation ist z.B. eine Wurst, kann derart motiviert sein, dass er sich auf Sitz nicht konzentrieren kann.

 

Hunde, welche auf Spielzeug fixiert sind, können sich schwer auf Fuß konzentrieren. Bei einem Bernhardiner kann es passen, bei einer anderen Rasse nicht. Also bei seinem Motivationsniveau passt es, da ist Ball verwenden in Ordnung.

 

Demnach soll für jede Rasse sowie weiters für jeden einzelnen Hund, das Richtige gesucht werden.

Sogar der Tagesrhythmus kann Trainingsschwankungen mit sich bringen.

 

Vormittags hoch konzentriert arbeiten.

Nachmittags bereits Erlerntes festigen.

In Pausen den Hund bewusst ruhig halten und für eine reizarme  Umgebung sorgen.

 

Ins Auto nur mitnehmen, wenn er sich wohl fühlt.

Wenn er im Auto bellt, winselt… ist für ihn Sozialentzug was er als Strafe empfindet. Zuerst muss er das Auto als etwas Positives empfinden.

Einen optimaler Lernerfolg erreichen wir,  wenn wir auch auf die Tagesverfassung achten. Das heißt, den Hund laufend neu einschätzen und flexibel sein.

 

 

Bei zwei Hunden immer so belohnen, ohne dass Aggression oder Futterneid aufkommt. Z.B. gleichzeitig reichen.

 

Seine Prioritäten setzt er anders, hören und fühlen z.B.

unsere Bereitschaft ist freundlich und konsequent.

 

Ein Team zu führen kann anstrengend sein, besonders  wenn wir es eilig haben, es kann jedoch auch sehr einfach sein, mit Spaß dabei sein, wenn wir uns die erforderliche Zeit dafür nehmen.

 

Trainingsfallen:

 

Stress

Übermotivation

Untermotiviert

Zu wenig Pausen

Ungünstige Pausengestaltung

Mangelnde Ruhezeit

Keine tiergerechte Methoden

 

Nach unerwünschtem Verhalten soll er nacheinander Gelerntes zeigen, damit wir Ihn belohnen können.

Ungeduld ist keine tiergerechte Trainingsmethode, gefährlich dabei sind die Nebenverknüpfungen

 

Griff in die Tasche wirkt bei vielen Hunden schon belohnend.

 

Einen Pokal zu gewinnen dient dem eigenen Ego.

Trainingstagebuch gehört ins Handgepäck.

Wichtig ist eine warmherzige Atmosphäre.

 

Wie wirkt sich ein alltäglicher Spaziergang mit Ihrem Hund aus?

Taschen am Besten mit Motivation füllen! 

 

 

Christina Sondermann

 

 

Gemeinsame Aktivitäten machen Hund und Mensch Spaß - und tragen nicht unerheblich zum Wohlergehen des vierbeinigen Partners bei. Sie lasten den Hund aus, geben ihm Selbstvertrauen und stärken die Bindung zwischen Hund und Mensch.
Schon mit geringstem Aufwand und völlig ohne Vorkenntnisse kann jeder Hundehalter mit seinem Vierbeiner - vom Welpen bis zum Hundesenior - zuhause die tollsten Dinge anstellen.

Steigen auch Sie ein in die Welt der Hundespiele:
- Bestaunen Sie, zu welchen Superleistungen die Hundenase fähig ist.
- Basteln Sie intelligente Leckerchen-Automaten.
- Überraschen Sie Ihren Hund mit spaßbringenden Kau-Spielen.
- Bewältigen Sie gemeinsam einen Wohnzimmer-Parcours.
- Lassen Sie den Spaziergang zu einem spannenden Abenteuer werden.
- Gestalten Sie Ihren Garten zeitweise zu einem Hunde-Spielplatz um.
- Machen Sie ein fröhliches Spiel aus den Übungen zur Alltagstauglichkeit.


Christina Sondermann befasst sich seit mehreren Jahren mit Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde. Sie arbeitet für hundefreundliche stressarme Trainingsmethoden und ein harmonisches Miteinander von Hunden und ihren Menschen. Ihr Engagement zeigt sich in Form des Internet-Projektes www.spass-mit-hund.de, als Autorin einer Hundezeitschrift und durch die Organisation von Seminaren und Workshops für Hundehalter und Hundtrainer.

 

 

Die bunte Welt an Spielsachen, man braucht dazu nur einen Karton, Paprolle und Zeitungen. Es ist eine positive Nebenbeschäftigung

Einfach spielen????

Ohne viel Zubehör

Ohne gr. Aufwand

Ohne Vorkenntnisse für Mensch und Hund

 

Z.B.: Asta der Hund der Trainerin Christina Sondermann war die ersten 2 Jahre in einem Labor, hat nichts anderes gesehen.

Asta würde sagen Spielen macht Spaß! Es ist eine sinnvolle Beschäftigung für alle Hunde.


Besonders gute Anfangsmöglichkeit für Tierheimhunde:

 

Gerade die einfachen Dinge sind so vielfältig. Schnüffeln lastet Hunde aus.

 

Tierheimhunde, die extrem unter Stress stehen, immer nach Futter suchen lassen.

Nach einer Schnüffeleinheit ist er viel ruhiger, hilft zu beruhigen und verbindet damit Positives.

   

- Im Gras oder im Laub nach Futter suchen, dass ist für viele Hunde ungewöhnlich.

-  Den vollen Futter Napf in der Wohnung verstecken und suchen lassen, wo ist das Futter?

-  Leckerli in Karton, Sackerl, Wolldecke verstecken.

- Futterbeutel verstecken, ist nettes gemeinsames Erlebnis.

- Kauen und Nagen als Beschäftigungsmöglichkeit ist für Hunde wie für uns ein spannendes Buch zu

  lesen. Ihre Möbel werden geschont.

- Im Freien kann man Streichkäse auf Bäume verstreichen. - Hunde  genießen dabei den Spaßfaktor und es wirkt beruhigend.

- Stille Beschäftigung. 

- Kann Trennungsangst vorbeugen. 

- Gehören zum Minimalprogramm. 

- Mit einem gefüllten Kong (hohles Spielzeug) ist er 30 – 50 Min. beschäftigt. 

 

Bewegungs- und Koordinationsspiele:

 

-          Halten den Hund fit und in Bewegung

-          Sie schulen das Körpergefühl

-          Ist gut für das Selbstbewusstsein

-          Sind Fittmacher fürs Training, ist wie Hundeschule das Slalom

-       Tische, Stühle, Kartons eigenen sich für Tunnelspiele
 
Damit beide Spaß haben wird nicht gedrückt gezerrt oder geschoben.

 

Gehirnjogging:

 

-          Macht Hunde zu Denkern und Problemlösern

-          Kann müder machen als der längste Spaziergang

-          Macht Eindruck

-          Ist ideal für kreative Hundehalter

 

Er kann Verpackungen öffnen, Holzschachten, Plastikteller … Leckerli darin verstecken und Anforderungen klein halten, dass er nicht frustriert aufgibt.

 

 

Brigid Weinziger, Österreich & England, ihr Thema war  „Soziales Lernen bei Hunden“. Die neuesten Forschungsergebnisse und ihre praktischen Anwendungsmöglichkeiten in der Hundeausbildung.

Das Hunde nachahmen ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

 

Mehrhundehaltung? Das Für und Wieder abwiegen. 

 

Zu zweit – beim Platz üben, höhere Motivation

Unerfahrener lernt vom Erfahrenen

Gewöhnung an neue Situationen ist leichter

Ein unruhiger Hund bekommt durch andere Ruhe

 

Die Bedeutung des Kauens und der Bewegung:

 

Der Hund wird motivierter

Stress reduziert sich

Hat Einfluss auf vegetatives Nervensystem

 

Kein Halsband verwenden – Wenn wir uns im Auto anschnallen, befindet sich der Sicherheitsgurt auch nicht am Hals.

 

Die Bestätigungsgeräusche können aus

Umlenkungsgeräuschen, praktischer als der Klicker sein.

 

Wenn der Hund andere fixiert, erst belohnen, wenn er wegschaut.

 

Wenn Maulkorb vorgeschrieben ist dann keine aus Plastik. Hund kann nicht trinken und man kann ihm auch kein Leckerli reichen.

Der Hund er in Ihrer Familie, Gruppe vorher da war,  bekommt mehr Zuneigung.

 

Achtung!!! Weitere und vollständige Texte des Hundesymposiums und der der anderen Referenten werden Ihnen per Newsletter zugesandt, tragen Sie  kostenlos Ihre Email- Adresse in meine Homepage!!!

 



Mitte Clarissa von Reinhardt mit Vortragenden



Sabine Neumann vom Kremser Tierheim